| Drucken25.10.2002 

Vortrag: Die Physik bei Star Trek (Georg Prokein)

25. 10. 2002, Die Physik bei Star Trek, Vortrag
Prof. Dr. Metin Tolan im Haus des Buches

"Die Physik bei Star Trek". Zu diesem Thema hielt am 25. 10. 2002 auf Einladung des Freundeskreises Science Fiction Leipzig e.V. der aus Oldenburg stammende Prof. Dr. Metin Tolan einen Vortrag im Haus des Buches. Tolan, seines Zeichens Inhaber des Lehrstuhles Experimentelle Physik I und Direktor des Institutes für Beschleunigerphysik und Synchrotronstrahlung an der Universität Dortmund, machte von Anfang an deutlich, dass er das Thema des Abends nicht anhand der zahlreich veröffentlichten Star Trek "Fachliteratur", sondern ausschließlich aus der Sicht eines Wissenschaftlers betrachten wolle. Und somit zog sich eine Frage wie ein roter Faden durch den gesamten Abend. Was ist nach dem heutigen Stand der Dinge naturwissenschaftlich und technisch möglich, und was ist und bleibt reine Fiktion?

Tolan widmete sich zunächst dem "normalen" Alltag im Star Trek Universum und machte dabei deutlich, welch rasante Entwicklung Wissenschaft und Technik bereits im 20. Jahrhundert gemacht haben. In diesem Zusammenhang wurde an Beispielen der Speichertechnik und der Medizin klar, dass viele Dinge, welche bei Star Trek zur Normalität geworden sind, für die Menschen unserer Zeit in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden könnten. Die Frage nach weiterem Leben in unserer Galaxis beschloss diesen Teil des Vortrages und hierbei verwies Tolan darauf, welch komplexe Vorgänge ablaufen müssen, um Leben im Universum zu ermöglichen oder gar einen Planeten der Klasse "M" entstehen zu lassen. Daraus folgerte er, dass es grundsätzlich natürlich möglich sei, auf fremdes Leben in den "unendlichen Weiten" zu stoßen, allein aufgrund unseres technischen Standes es sich aber momentan als äußerst schwierig gestalten würde, dieses Leben auch zu finden.

Der anschließende Teil befasste sich mit den Fragen, welche sich jeder Star Trek Fan schon einmal gestellt haben dürfte. Kann man in ein paar Jahren Menschen "beamen", gehört dem "Warp"- Antrieb die Zukunft oder werden eines Tages gar Zeitreisen zur Normalität? Und hier musste Tolan sicherlich den einen oder anderen der sehr zahlreich erschienenen Gäste enttäuschen. Denn er ist aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeit überzeugt davon, dass viele dieser fantastischen Dinge zum Teil im Widerspruch zu den physikalischen Gesetzmäßigkeiten stehen und somit z. B. der Vorgang des "Beamens" praktisch nicht hundertprozentig durchführbar ist. Auch wenn einige Wissenschaftler Ende der 90er Jahre schon von großen Fortschritten auf dem Weg ins Star Trek Zeitalter berichteten und deren Publikationen, auch dank einer geschickten PR- Arbeit, weltweit für viel Furore sorgten, ist sich Tolan doch sicher, dass die meisten der uns allen vertraut gewordenen Wunderdinge aufgrund zu vieler unstimmiger Komponenten nicht Realität werden. Für manch einen möglicherweise eine ernüchternde Erkenntnis. Jedoch vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Forschung ein durchaus nachvollziehbarer Schluss.

Im abschließenden Teil gab Tolan einen Ausblick in die Zukunft von Star Trek und verwies darauf, das einige Dinge, die sich das Team um Gene Roddenberry in den 60er Jahren ausgedacht hatten, tatsächlich Wirklichkeit geworden sind. Das beste Beispiel hierfür sind unsere heutigen Communicatoren (auch genannt Handys), welche schon wesentlich leistungsfähiger sind als die zu Zeiten der legendären "Enterprise" von Captain Kirk.

Alles in allem ein sehr gelungener, zum Großteil auch für Wissenschaftslaien verständlicher und, nicht zuletzt durch die sehr angenehme, leicht ironische Vortragsweise von Metin Tolan, unterhaltsamer Abend, in welchem der Referent sein großes Wissen über die Welt von Star Trek unter Beweis stellen konnte und somit den Erwartungen der meisten Anwesenden vollauf gerecht wurde.(Georg Prokein)

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